Merkmale, die Familienunternehmen auszeichnen

(begeistert gefunden hier: http://die-deutsche-wirtschaft.de/radikal-anders/ )

Familienunternehmen sind nicht zwangsläufig erfolgreich. Sie sind es aber in auffallend hohem Maße, wie die Statistik und die volkswirtschaftlichen Kennzahlen immer wieder nachweisen. Dafür gibt es sachlich nachvollziehbare Gründe. Die schon in der Definition des Familienunternehmens angelegten Faktoren »Zusammenfallen von Eigentümerschaft und Unternehmensführung« sowie »generationenübergreifende Langfristigkeit« sind nur zwei von insgesamt zehn entscheidenden Merkmalen, die Familienunternehmen auszeichnen:

  1. Sie entscheiden schnell und trotzdem richtig: Konvergenz von Eigentum und Führung
  2. Sie bauen auf für die nächste Generation: Langfristigkeit
  3. Sie handeln nach den Gesetzen des ehrbaren Kaufmanns: Auf die Werte kommt es an
  4. Kompetenz, Einsatz, Loyalität: Das Geheimnis treuer Mitarbeiter in Familienunternehmen
  5. Spitz statt breit: Erfolg durch Konzentration auf Kernkompetenzen
  6. Innovationskraft: Die Lust, immer wieder neu anzufangen
  7. Internationalität: Der Markt ist die Welt
  8. Sie kümmern sich um Qualität und Kunden
  9. Familienunternehmer sind Herr im eigenen Haus: Unabhängigkeit als Wert
  10. Auf Wachstumskurs: Familienunternehmen sind in der Lage, ihre Führungs- und Managementstrukturen anzupassen

Familienunternehmen können sowohl zähe Langlebigkeit entwickeln als auch an die Spitze der Exzellenzpyramide in ihrer Branche aufsteigen, wenn sie sich ihrer Stärken bewusst sind und die Herausforderungen ernst nehmen, die sich mit dem Wachstum und der Diversifikation ebenso stellen wie mit den Veränderungen in ihren Märkten. Irgendwann haben ja die meisten Firmen einmal als Familienunternehmen angefangen – verdanken ihre Gründung also der Vision eines einzelnen Unternehmers. Gianni Agnelli, Gründer von Fiat, brachte es einmal so auf den Punkt: »Jedes Unternehmen hat einmal als Familienunternehmen angefangen. Die Frage ist, wie lange es als solches überlebt.« Dass nicht alle überleben, dass auch von den Überlebenden nicht alle Familienunternehmen bleiben, hängt mit den Herausforderungen zusammen, die solche Unternehmen meistern müssen: wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben und zugleich die Familie bei der Stange zu halten, sodass sie ihr Bekenntnis zur Zukunft des Unternehmens und ihren Einsatz dafür aufrecht erhält.

„Du bist gefeuert, mein Sohn“

Die Interessen des Unternehmens und die der Familie können ja durchaus auch einmal in Konflikt geraten, wie eine typisch amerikanische Anekdote um den Unternehmer Stew Leonard illustriert.

Mister Leonard ist Eigentümer einer Lebensmittelkette, die an der US-Ostküste, vor allem in den Staaten New York und Connecticut, recht erfolgreich operiert und so heißt wie ihr Gründer, nämlich Stew Leonard’s. Alle seine Kinder arbeiten im eigenen Unternehmen – allerdings nicht alle mit dem gleichen Erfolg. So musste einmal der Leiter der Einkaufsabteilung den Big Boss informieren, dass einer der Söhne den Aufgaben nicht gewachsen sei und seine schlechte Performance schon zu Unruhe unter den anderen Angestellten führe. Der Vater reagierte umgehend, lud den (erwachsenen) Sohn ins Elternhaus ein und zog sich mit ihm in den heißen Whirlpool hinten auf der Terrasse zurück, wobei er einen Strohhut und eine Schirmmütze mit dem Firmenlogo an den Rand des Pools legte. Stew setzte die Firmenmütze auf und sagte zu seinem Sohn: »Das ist mein Chef-Hut. Du bist gefeuert.« Darauf wechselte er die Kopfbedeckung und fügte hinzu: »Das ist jetzt mein Vater-Hut. Sohn, es tut mir leid zu hören, dass du deinen Job verloren hast. Kann ich dir irgendwie helfen?«

Die Methoden können, wie man sieht, recht unterschiedlich sein. Doch die Hürden sind für alle Familienunternehmen die gleichen. Nur wer sie meistert, kann damit rechnen, über Generationen hinweg zu prosperieren.